"Ein Regenbogen-Zwilling der im anderen weiter lebt.." Teil 2

"Ein Regenbogen-Zwilling der im anderen weiter lebt.." Teil 2

Ich bekam die 1. Lungenreife und ich war in der 25Ssw. 1,5h danach entschied der Arzt sofort die Mäuse per Kaiserschnitt zu holen. Meine Hebamme reichte mir mein Handy und bat mich meinen Mann anzurufen, das tat ich auch. Plötzlich ging alles ganz schnell und ich wurde für den OP fertig gemacht. Die Hebamme sagte mir folgende Worte: "Ich verspreche dir das ich bei dir bleibe bis du wieder aufwachst, ich werde beide Jungs in Empfang nehmen und deinen Mann auch"! Worte die mir bis heute noch im Gedächtnis blieben. Sie erfragte noch die Namen der Zwillinge und ich sagte ich: "der Erste soll Fjell Einar heissen und der Zweite Ubbe Ansgar". Im OP zeigte sie mir noch die Handtücher, gelb für Fjell und grün für Ubbe. Das war das letzte was ich noch wahr nahm bevor ich schon die Maske aufbekam für die Vollnarkose. Ich betete still das alles gut gehen soll und ich meine zwei Mäuse in die Arme nehmen möchte - lebend!

Zwei Stunden später wachte ich auch, mein Mann und Hebamme N. waren an meiner Seite. Alles ging gut und beiden ging den Umständen entsprechend gut, sie lagen auf der Neo und ich durfte sie kurz sehen. Mit dem Bett schob man mich nachts auf die Neo ITS. Fjell Einar wurde 0.17Uhr und Ubbe um 0.18Uhr geboren mit einem Gewicht von 620gr. und 730gr.

Ich war so stolz und doch erschrocken wie klein sie sind, wieviel Kabel sie an Ihren kleinen Körpern hatten.

Die Schwestern schoben mich auf mein Zimmer, mein Mann durfte bei mir bleiben und wir schliefen gemeinsam ein. Ein paar Stunden habe ich geschlafen bevor ich wieder wach wurde. Mein Mann der war völlig fertig und schlief einfach nur. Ich konnte es nicht glauben das ich, wir, Zwillingseltern ein zweites mal geworden sind.

Am mittag besuchten wir gemeinsame die Mäuse, mein Mann schob mich mit dem Rollstuhl an den Inkubator und ich konnte nun beide betrachten. Am Nachmittag durfte ich sogar das erste mal mit Ubbe kuschelt und mein Mann mit Fjell. Uns erklärte man an dem Tag alles auf der Neo ITS und was die nächsten Wochen und Monate so bevorstehen würde.

Wir sahen mit viel Zuversicht in alles obwoh wir wussten das es harte Wochen und Monatewerden. ich blieb 4 Tage noch in der Klinik bevor ich entlassen wurde und ab da an fuhren wir jeden Tag zu den Mäusen. Alles verlief soweit gut, sie hatten keinerlei Hirnblungen. Jedoch hatten beide grünes Fruchtwasser und beide hatten auch meinen Keim, gegen diseen bekamen sie eine Antibiose. Von Tag zu Tag ging es beiden besser und wir malten uns die Zukunft aus. Wir gestalteten das Schlafzimmer für die beiden, bauten das Bett auf und machten alles fertig. Wir rechneten damit das wir beide Ende Dezember, Anfang Januar mit nach Hause nehmen dürfen.

Alles lief gut bis zum 22.10.2021

Da wir sehr angeschlagen waren und keine Keime auf die ITS schleppen wollten, hatten wir entschieden ein paar Tage uns Ruhe zu gönnen damit wir wieder fit werden, Wir waren dennoch ständig mit den Schwestern in Kontakt, denn ich rief am Tag 3x mindestens an um mich nach den beiden zu erkundigen.

Es war Freitag, Freitag der 22.10.2021.

Morgends um kurz vor 9 rief ich auf Station an und erkundigte mich nach beiden. Die Schwestern sagten mir das alles okay ist und gab mir noch ein Gewichtsupdate der beiden. Wir haben vereinbart das ich nachmittags wieder anrufe und verabschiedete mich und wünschte ihr noch eine Ruhige Schicht.

5min später klingelte mein Telefon. Eine Nummer, welche ich nicht gespeichert hatte, es mir jedoch anzeigte das es eine Dresdner Nummer war. Ich ging ran...:

"Frau Dausch, Schwester H, am Telefon... Fjell geht es nicht gut, sie müssen so schnell wie möglich in die Klinik kommen. Vermutlich hat sich der Darm verdreht, daher müssen wir operieren, doch wir brauchen ihre Unterschrift"

Okay, sagte ich. Mein Mann schlief noch, ich stürmte in das Schlafzimmer und weckte ihn. 15min später machten wir uns auf den Weg.

In der Klinik angekommen durften wir nicht zu ihm sondern wir mussten warten bis ein Arzt da war, dieser bat uns zum Gespräch in sein Zimmer. Er erklärte uns das Fjell keine verdrehung vom Darm hatte sondern einen septischen Schock. Er teilte uns mit was er jetzt für Medikamente bekäme und das die Zeit es zeigen wird wie er es verkraftet.

Wir verstanden die Welt nicht mehr und wollten nur noch zu unserem Fjell.

Der Arzt willigte ein und lies uns ins Zimmer zu den Mäusen. Vom Schlag getroffen schauten wir in den Inkubator, unser Sohn lag an der Beatmungsmaschiene und war schon etwas aufgeschwommen von den vielen Medikamenten. Uns war zum Schreien zumute und doch mussten wir uns zusammen reissen, denn neben an stand Ubbe.

Der Arzt kam nocheinmal zu uns und sagte: "das kriegen wir hin -nur Geduld".

Dadurch das wir noch sehr angeschlagen waren, von Schnupfen über Husten wollten wir eigentlich keine unnötige Minute länger auf der ITS bleiben, da nicht nur unsere Kinder hier waren sondern auch noch andere, die wir nicht anstecken wollten.

Wir entschieden Uns, Fjell Ruhe zu gönnen und vereinbarten das wir am Nachmittag nochmals telefonieren würden.

Völlig überrannt von der Situation gingen wir nach Hause. Keiner von Uns konnte begreifen was passiert war und doch hofften wir das alles gut wird.

Teil 3 kommt kommenden Freitag


___________________________________________________________________________________

Dein-Sternenkind - es ist nicht erlaubt, diese Texte zu kopieren und sie an anderer Stelle zu verwenden!

Gewinner des Publikumspreises 2017 vom




Gewinner Publikumspreises 2017 Smart Hero Award